Rute raus, der Spaß beginnt. Das ist nicht umsonst der Titel einer erfolgreichen Angel-Sendung im deutschen Fernsehen. Und um es mit Moderator und „Eisen“fischer Horst Hennings zu sagen: nur der Blinker im Wasser kann fangen. Insgeheim freut es einen aber dennoch, wenn unser Image als Gummistiefelträger ein wenig aufpoliert wird. Und da greift uns die Wissenschaft ab und zu unter den Rutenständer.
Interessant was die anderen über uns wissen, wovon wir selber nur träumen können. Kein Scherz: Menschen, die von viel Wasser umgeben sind, wirken lustiger und humorvoller. Und ernsthaft erforscht: wer an der Küste wohnt, lebt länger. Das ist doch ein Ritter(An)schlag.
Der Höhepunkt kommt aber aus den USA. Forscher der Harvard-Uni in Boston haben jüngst herausgefunden: Wer mehr Fisch isst, hat öfter Sex. Die Autoren der Studie wollten den Zusammenhang wissen, zwischen Fischkonsum und, na ja sie wissen schon. Also ob es stimmt: je mehr Forellen desto öfter … pardon, ich gleite ab. Wo ist die Gräte bei der Sache? Die Studie lief so.
Die 501 Teilnehmer-Pärchen kamen aus Texas und Michigan. Sie führten Tagebuch über ihre Ernährung und über das andere eben. Und dabei tauchte die Erkenntnis auf: wer zwei oder mehr Portionen Fisch pro Woche isst, hat 22 Prozent öfter Sex! Leider blieben tiefergehende Erkenntnisse im Trüben.
Etwa die Frage, welch betörenden Eindruck wir Angler auf das andere Geschlecht machen, wenn wir dreckverschmiert vom Wasser heimkommen. Oder ob auch der Umkehrschluss gilt: wer mehr Sex will, sollte einfach mehr Fisch essen.
Da vermute ich, bleibt der Einsame weiterhin unter sich. Am Ende haute die Autorin aber doch noch einen raus: Zweimal die Woche Fisch und es klappt noch besser mit der Nachbarin. Aber es klappt auch häufiger mit einer Schwangerschaft. Frauen der Gruppe A, also die leidenschaftlichen Fischesser, wurden signifikant schneller schwanger. Da ist sie, die Gräte! Denn das muss jetzt jeder für sich selber entscheiden. Nachwuchs oder doch lieber wieder Nachtansitz.


